Mittwoch, 28. Mai 2008

Kaffeemaschinen - Erfahrungen

Weiter unten habe ich schon einmal zum Thema Kaffeemaschinen etwas
geschrieben. Damals ging es mehr um die Abgrenzung Siebträger und
Kapsel- bzw. Padmaschine. Heute soll es mehr darum gehen unsere
Erfahrungen mit diversen Vollautomaten und Siebträgern wiederzugeben.
Vor etwas mehr als drei Jahren und sechs Monaten haben wir uns als
Cappuccino und Latte Macchiato Liebhaber die auch gerne mal einen
Espresso trinken einen neuen Vollautomaten zugelegt. Nachdem unsere
erste Maschine (Saeco Royal Digital) nach einigen Jahren den Geist
aufgegeben hatte (Elektronikschaden) sollte es kein Rückschritt sein
und auch noch einen guten Espresso liefern (das konnte die Saeco
nämlich nur unzureichend). Nach langer Suche in diversen Foren und
einem Besuch bei einem Händler vor Ort mit Kaffeeprobe war es klar: es
wird eine Quickmill 5500 Super Cappuccino. Mit über zweitausend Euro
nicht gerade billig aber anscheinend robust, kein überflüssiger
Schnickschnack und ein richtig guter Espresso. So gut wie wir noch nie
einen vorher von einem Vollautomaten getrunken haben. In den nächsten
drei Jahren hat die Maschine dann auch relativ gute Dienste geleistet.
Sie hat immer einen ausgezeichneten Espresso gemacht, uns mit
Cappuccino und Latte Macchiato bei Laune gehalten. Leider sind auch
einige kleinere und ein größerer Defekt zu verzeichnen.

Als erstes ist eine Dichtung am Kolben zerbröselt, diese
Spezialdichtung ist dann vom Händler nach einigen Tagen geliefert
worden. Einbauen war kein Problem. Danach ist dann die Patrone für den
Milchschaum herzustellen am oberen Plastikstück abgerissen. Das war
schon etwas teuerer, da vom Händler als Ersatz ein Messingstück
geliefert wurde das robuster sein sollte da dieser Fehler wohl öfter
auftreten würde. Leider war dieses Stück nicht 100%ig wie das
Original, der Milchschaum veränderte sich also etwas.
Nach einiger Zeit lief dann vermehrt Wasser aus dem Kaffeeauslass
nach, man musste also den Espresso immer rechtzeitig wegziehen um
diesen nicht mit einem Schwall Wasser verwässert zu bekommen.
Ärgerlich! Der erste Service beim Händler wurde dann nach knapp zwei
Jahren turnusgemäß gemacht. Nicht ganz billig, aber dabei wurde die
Maschine entkalkt (nur sehr schwer selbst möglich, da man die Maschine
wegen des Kessels dabei zerlegen muss) und alle Dichtungen erneuert.
Also Hoffnung eine wie neue Maschine zu bekommen.

Einige Wochen später fing die Maschine aber leider an Wasserlachen
unter sich zu bilden. Die Herkunft des Wassers blieb nicht nur uns
schleierhaft, auch beim Händler konnte man keine Fehlfunktion
feststellen. Das Wasser blieb aber weiterhin da. Nicht sehr viel, aber
genug für etwas Sauerei was wir eigentlich mit dem Vollautomaten
gegenüber dem Siebträger vermeiden wollten.

Noch einige Zeit später stellte die Maschine es dann plötzlich ein
Wasser in den Kessel zu pumpen. Darauf stiegt der Druck gewaltig an
und es war aus mit Milchschaum produzieren. Zum Händler gebracht und
durchchecken lassen. Ergebnis: Kein Fehler feststellbar, Maschine
klappte perfekt und pumpte auch wieder Wasser in den Kessel.
Tatsächlich, wieder zuhause aufgestellt war der Fehler weg. Konnte
eigentlich nur ein klemmendes Ventil oder sowas sein was durch den
Transport gelöst wurde. Der Fehler trat auch prompt wieder auf.
Maßnahme: Maschine kurz schütteln und rütteln. Danach ging es dann
wieder eine Zeit lang. Vor unserem Urlaub fiel dann noch die Heizung
aus. Reparatur von einigen hundert Euro, Maschine wieder weg und die
anderen Probleme immer noch nicht behoben. Für uns der Zeitpunkt sich
von der Maschine zu trennen. Bei der Erstellung des Kostenvoranschlags
kam dann raus, dass sich in der Maschine eine Art Schlamm gebildet
hatte, der evtl. auch für die anderen Probleme verantwortlich sein
könnte. Herkunft ist nur absolut unklar, da bei uns nur gefiltertes
Wasser verwendet wird und die Maschine auch einen Feinfilter am
Ansaugstutzen hat.

Fazit: Die Maschine hat richtig guten Kaffee gemacht, ganz passablen
Schaum bis die Milchpackung leer war und auch optisch ganz ok. Soweit
die positiven Dinge. Die Ersatzteile (kleine Teile, Dichtring, Stutzen
etc.) schienen uns übermässig teuer und leider gab es einige kleine
Defekte. Der Aufwand die Maschine zu reinigen und zu pflegen war nicht
unerheblich. Ich schätze alle 5-6 Wochen zwei Stunden. Wobei das nicht
übertrieben war, dreckig war sie dann jedesmal und das bei im Schnitt
nur 2-4 Kaffeebezüge am Tag. Am Ende wurde das durch die
Undichtigkeiten auch schlimmer. Der Ausfall am Ende mag vom Schlamm
gekommen sein, aber wirklich Spaß hat die Maschine schon vor diesem
Zeitpunkt nicht mehr gemacht.

Jetzt haben wir uns für die Quickmill 3035, einen Siebträger mit
eingebauter Mühle und Thermoblock anstatt Kessel entschieden. Die
Maschine läuft jetzt seit 14 Tagen und macht genau das was sie soll:
hervorragender Espresso bei vertretbarem Aufwand.Saubermachen ist kein
Problem: Milchdüse mit heissem Wasser spülen, mit einem feuchten
Lappen abwischen und ab und an mal das Sieb reinigen. Entkalken kann
man die Maschine auch selbst. Keine Putzorgien mehr.
Seltsam fanden wir nur, dass die Sudschale nach vorne offen ist und so
größere Mengen Wasser direkt nach vorne rauslaufen. Da die Schale groß
genug war, haben wir jetzt eine kleine geschlossene Schale
reingestellt und so das Problem beseitigt.

Zugegeben, der Aufwand bei der morgendlichen Kaffeebereitung ist
größer wie mit einem Siebträger, dafür hat man weniger bewegte Teile
und somit hoffentlich weniger Reparaturen und auch weniger
Reinigungsaufwand. Ich bin gespannt wie sich die Maschine weiter
bewährt. Ach ja, der Espresso schmeckt mit der neuen Maschine nochmal
besser wie mit dem alten Vollautomaten. Es kommt mir so vor als ob wir
erst jetzt den vollen Aromaumfang unseres Kaffees geniessen können.

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